Semesterleitfaden WiSe 2010/2011

SDS Roadmap zum
Winterseintersemester 2010 download
Die Linke.SDS existiert inzwischen seit über drei Jahren. Obwohl wir immer noch ein junger Verband sind, haben wir viel erreicht: Wir sind an ca. 50 Hochschulen vertreten und tragen dort linke Inhalte über Präsenz auf dem Campus, Lesekreise und Diskussionsveranstaltungen in die Studieren- denschaft; wir haben eine Verbandszeitung „critica“ aus dem Boden gestampft, die an vielen Orten konkurrenzlos linke Gegendiskurse an die Hochschulen bringt – als „critica extra“ sogar innerhalb von 24 Stunden, wie beispielsweise nach dem Schavansinns-Gipfel im Mai!
Wir waren als sichtbarer Akteur maßgeblich am Bildungsstreik beteiligt, Aktionsformen wie der Banküberfall, die wir im Bildungsstreikbündnis mit anderen AktivistInnen entwickelt haben finden jetzt in den Krisenprotesten Nachahmer! Durch unsere Mitarbeit im Bündnis für die Blockade des Naziaufmarsches in Dresden 2010, wie 2011, nehmen wir gemeinsam mit Linksjugend [‚solid] eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Partei auf der Einen und radikaler Linken auf der Anderen Seite ein. Darüber hinaus haben unsere einzelnen SDS Gruppen über verschiedenste Aktionen und Veranstaltungen eigene Akzente an den Hochschulen gesetzt.
Wir haben uns vorgenommen, wenigsten einen Teil dieser Erfahrungen hier in dieser Roadmap im Kapitel zur Gruppenpraxis zusammenzutragen, sozusagen als kollektives Verbandsgedächtnis, auf dem wir im Wintersemester 2010 aufbauen wollen. Welche Erkenntnisse wurden in der Praxis der verschiedenen Gruppen gewonnen? Könnten diese Hilfreich für Lernprozesse anderer Gruppen sein? Welche Erfahrungen haben wir in den Bildungsstreikbündnissen gesammelt, die wir nun als politischer Akteur an der Hochschule in die Krisenbündnisse einfließen lassen können? Außerdem gibt die Broschüre einen Überblick über all die Projekte, Termine, Aktionen, die im Wintersemester anstehen. Bei der Fülle der Möglichkei- ten ist völlig klar, dass die Gruppen sich nicht auf alle Projekte in gleicher Inten- sität konzentrieren können. Dennoch wollen wir euch nicht die Möglichkeiten vorenthalten, die es gibt, sich nach eigenen Interessenschwerpunkten einzubringen.
Neben den inhaltlichen Schwerpunkten, die jede Gruppe sich selbst setzt, ist unsere Perspektive als bundesweit denkender und lokal handelnder sozialistischer Verband im Wintersemester der Widerstand gegen die Sparpakete der Bundes- regierung. Die studentische Beteiligung an den Bildungsstreiks der vergangenen Semester und an den Naziblockaden diesen Jahres machen das Mobilisierungs- potenzial an Hochschulen für gesellschaftliche Auseinandersetzungen und Abwehrkämpfe deutlich. Die großen Mobilisierungen im Zuge des Bildungsstreiks werden in diesem Wintersemester schwierig zu realisieren sein. Aus dem letzten bundesweiten Bildungsstreiktreffen ging hervor, dass sich die lokalen Bündnisse jetzt auf die Krisenproteste und ihre lokalen Abwehrkämpfe konzentrieren wollen. Die Bundesregierung will die Bildung vorerst bei ihrer Kürzungsorgie schonen, sicher auch ein Erfolg des Bildungsstreiks, und trotzdem gibt es auf Länderebene massive Einschnitte. Es erscheint sinnvoll, die Abwehrkämpfe im Bildungsbereich lokal zuzuspitzen und in die Krisenproteste, die im Herbst anstehen, zu integrieren. In die Krisenproteste müssen wir uns als Studierendenorganisation nicht zuletzt auch deshalb einbringen, um die Strategie der Spaltung zwischen Arbeitslosen, LohnarbeiterInnen und StudentInnen zu durchkreuzen.
Ob der Herbst heiß wird, kann auch von unserer Mobilisierung an den Hochschulen zu den Krisenprotesten abhängen. Das könnten wir vielleicht erreichen, indem wir Studierende über Veranstaltungen, Lesekreise und politische, inhaltliche Gruppen- treffen für Widerstand durch zivilen Ungehorsam begeistern. Eine Hilfe dabei bietet die Krisen- tour, die der SDS in diesem Herbst durch die Hochschulen organisiert.
Hochkonjunktur in Zeiten von Wirtschaftskrise haben Rassisten und Nazis. Letzteren haben wir mit der erfolgreichen Blockade in Dresden dieses Jahr etwas Wichtiges entgegengesetzt. Unsere Aufgabe muss es sein, den Nazis 2011 eine weitere große Niederlage zu bereiten.
Neben politischen Einschätzungen zu Krise und Dresden, sowie dem Teil zur Gruppenpraxis, der uns als „GruKa“ besonders am Herzen liegt, ist in der Roadmap zusätzlich ein Text zur Herbstakademie enthalten. Hinzu kommt ein Termin- kalender, ein ReferentInnenpool, eine aktualisierte Gruppenübersicht und eine Vorstellung unserer bundesweiten Arbeitskreise, in denen ihr euch über eure Gruppe hinaus bundesweit engagieren könnt.
S. 03 Editorial
S. 04 GruKa-Vorstellung
S. 06 Gruppenvorbereitung auf das Semester
S. 06 SDS Herbstakademie
S. 07 Krise!
S. 07 SDS in den Krisenprotesten
S. 10 SDS Krisentour
S. 10 Krisenprotesttermine
S. 11 Dresden Calling 2011
S. 11 SDS in den Antinaziprotesten
S. 14 Mischt mit in der Programmdebatte !
S. 14 SDS diskutiert den Parteiprogrammentwurf der LINKEN
S. 16 SDS Termine
S. 19 Die SDS Gruppe
S. 19 Politisches Gruppentreffen
S. 21 Redeliste
S. 22 Arbeitsteilung
S. 23 Einbindung von Neuen
S. 25 Semestervorbereitung
S. 26 Institutsgruppen
S. 28 Mitgliedschaft
S. 30 Politische Arbeit an der Hochschule
S. 30 Infostände
S. 31 Veranstaltung
S. 33 Referentinnenpool
S. 34 Redeleitung
S. 37 Lesekreise
S. 38 Kreative Aktionsideen
S. 39 Aktivierung
S. 42 Seminarintervention
S. 45 SDS Wahlkampf
S. 50 Textvorschläge für Gruppentreffen
S. 52 SDS Bundesarbeitskreise
S. 54 SDS Gruppenübersicht
S. 57 SDS Aktions Kalender
14.000 Studierende, SchülerInnen und Uni-Beschäftigte gingen am 16. Juni in Kiel auf die Straße. Es war die größte Demo in der Stadt seit über 30 Jahren. Auch in Schleswig-Holstein versucht eine schwarz-gelbe Landesregierung, die Kosten von Krise und Bankenrettung mittels eines beispiellosen Sparpaketes auf die Bevölkerung abzuwälzen. Besonders von den Kürzungen betroffen: Der Bildungssektor. Ein beitragsfreies Kita-Jahr soll wegfallen, ganze Studiengänge gestrichen und die medizinische Fakultät in Lübeck geschlossen werden. Dagegen erhob sich massenhafter Widerstand: Allein in Lübeck gingen 8.000 Menschen auf die Straße. Zur Großdemo fuhren tausende aus Lübeck mit 15 Bussen und einem Sonderzug nach Kiel. Aber auch Gewerkschaften und Sozialverbände rufen zu großen Protesten auf: Eine weitere Demonstration ist für den 8. Septemebr geplant, am 20. November soll es die nächste Großdemonstration geben. [Bündnis] [Bericht Demo 16. Juni]
Die Linke.SDS ist noch immer ein junger Verband. Wir waren mit dem Bildungsstreik in einer ersten Bewegung aktiv, haben Erfahrungen gesammelt und Impulse gesetzt. Auch in der Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in Dresden und zu den Krisenprotesten haben wir uns aktiv eingebracht. Diese Erfahrungen gilt es zu bündeln und in einen Austausch darüber zu kommen, wie eine sozialistische Studierendenorganisation im 21.Jahrhundert aufgestellt sein muss, um den kommenden Auseinandersetzungen in Zeiten der Krise gewachsen sein zu können.
Kosten: Normal: 40 Euro / Soli: 60 Euro inkl. Verpflegung und Unterbringung in Mehrbettzimmern. Alle, die sich anmelden, bekommen einen Reader zur Vorbereitung zugeschickt.
-> Programm der Herbstakademie [hier]
-> Anfahrtsskizze [hier]
-> ZUR ANMELDUNG [hier]
Die Herbstakademie wird gefördert durch den Fördererkreis demokratischer Volks- und Hochschulbildung e.V.
Der SDS unterstüzt den Aufruf zum massenhaften Protest gegen das Bundeswehr-Gelöbnis am 30. Juli 2010 in Stuttgart.
Die Bundeswehr hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Vor 20 Jahren konnte sich kaum jemand vorstellen, dass deutsche Soldaten in Afghanistan, im Kosovo, Kongo, im Golf von Aden und anderswo kämpfen. Immer mehr Menschen in Deutschland lehnen diese Politik ab und immer weniger sind bereit, Soldat zu werden und für angebliche Ñdeutsche Interessenì in fernen Ländern in den Krieg zu ziehen.
Darum wirbt die Bundeswehr immer häufiger in Schulen, Ausbildungsmessen und Arbeitslosenvermittlungen ihren Nachwuchs an. Im letzten Jahr wurden die Ausgaben zur "Nachwuchswerbung" von 12 Millionen auf 27 Millionen mehr als verdoppelt. Auch öffentliche Gelöbnisse, wie das am 30. Juli 2010 auf dem Stuttgarter Schlossplatz geplante, sollen die Akzeptanz und das Ansehen des Militärs in der Bevölkerung steigern. Selbst in Preuflen haben Gelöbnisse und Vereidigungen im Kasernenhof stattgefunden ñ es hat nur eine Zeit in Deutschland gegeben, wo öffentlich gelobt und vereidigt wurde, und das waren nicht die Zeiten der Demokratie, sondern des blanken faschistischen Terrors. Doch seit 1980 werden Gelöbnisse in Deutschland wieder öffentlich gefeiert ñ meistens unter groflem Protest der Bevölkerung.
Laut Grundgesetz darf die Bundeswehr ausschliefllich für Landesverteidigung eingesetzt werden. In der Verteidigungspolitischen Richtlinie von 1992 aus dem Hause Rühe wurde allerdings die "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt" als vitale deutsche Sicherheitsinteressen definiert. Das Weiflbuch der Bundeswehr, das die Agenda des deutschen Militärs für die nächsten zehn Jahre festlegt, empfahl 2006, dass die Bundeswehr in der Lage sein soll, gleichzeitig bis zu fünf "Stabilisierungseinsätze" mit insgesamt bis zu 14.000 Soldaten zu leisten. Bis 2010 soll sich die Armee unterteilen in 35.000 Eingreif-, 70.000 Stabilisierungs- und knapp 150.000 Unterstützungskräfte. Interventionskriege und deren Vorbereitung sind eindeutig verfassungswidrig. Wir lehnen alle Auslandseinsätze der Bundeswehr entschieden ab.
Wir wollen kein Militärspektakel in unserer Stadt!
Die Bundeswehr versucht nun zum ersten Mal seit 1999 wieder in Stuttgart ein Gelöbnis zu feiern. Dank des groflen Protesten damals mied die Bundeswehr 11 Jahre Stuttgart. Jetzt sollen 33.500 Euro Mehrkosten in die Neuauflage des Spektakels investiert werden.
Die Zeremonie selbst steht den Grundwerten einer zivilen, emanzipatorischen und friedlichen Gesellschaft entgegen. Das Strammstehen, das gleichgeschaltete Marschieren, das Bewegen aufgrund militärischer Kommandos sowie die Wiederholung von Gelöbnisformeln lassen die einzelnen Personen unmündig und ihrer Individualität beraubt erscheinen. Es geht um die öffentliche Demonstration des Prinzips von Befehl und Gehorsam, um Hierarchie, um die Vereinnahmung des Individuums in eine Tötungsmaschinerie. Die Soldaten und Soldatinnen werden nicht aufs Grundgesetz, sondern auf den Staat vereidigt, unabhängig vom Inhalt der Politik, für die sie kämpfen sollen.
Über 70% der Bevölkerung lehnen derzeit den Afghanistan-Einsatz ab. Es ist wichtig, diese Ablehnung sichtbar auf die Strafle zu tragen!
Wir rufen dazu auf, die Bundeswehr überall dort, wo sie öffentlich auftritt ñ also auf Bildungsmessen, in Schulen, Arbeitsämtern und eben auch bei diesem Gelöbnis ñ argumentativ zu stören und sie mit den Fakten ihrer Taten zu konfrontieren, nämlich unzähligen toten, verstümmelten, traumatisierten und unterdrückten Menschen.
Wir fordern alle zivilgesellschaftlichen Kräfte auf, sich im Vorfeld des Gelöbnis öffentlich gegen das Gelöbnis auszusprechen und mit uns am 30. Juli lautstark und kreativ zu demonstrieren.
Nein zur Normalisierung von Krieg!
Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr!
Nein zu öffentlichen Gelöbnissen!
Für eine Welt ohne Krieg!
Gegen das öffentliche Gelöbnis am 30. Juli 2010 in Stuttgart!
Überregionales Bündnis GelöbNix in Stuttgart
Sommer, Sonne, Sozialismus – jetzt anmelden! Vom 24. Juli bis zum 4. August findet das Sommercamp der Linksjugend [solid] auf der Rabeninsel bei Jena statt. In diesem Jahr will sich dort auch der SDS mit einbringen. Wir wollen das Camp als Gelegenheit nutzen, mit solid über gemeinsame Strategien in Bildungsstreik und Krisenprotesten zu sprechen, uns besser kennenzulernen und uns inhaltlich und theoretisch voranzubringen. Passend zu den Lesekreisen über Rosa Luxemburg, die bundesweit in den Semesterferien stattfinden, wird das Thema auch auf dem SoCa mit 3 Workshops vertreten sein. Auch Islamophobie und der Krieg gegen den Terror werden Thema sein. Bringt euch ein, macht mit, meldet euch an!
Anmeldung unter: http://www.linksjugend-solid.de/aktuelles/sommercamp/
Workshops des SDS auf dem Sommercamp 2010 (25./26.7.) und ReferentInnen (müssen teilweise noch angefragt werden)
Rosa Reloaded! Teil 1 – Leben einer Revolutionärin
Input über Luxemburgs Leben und ihren geschichtlichen Kontext
Ole Vincent Guinand, Almut Woller
Rosa Reloaded! Teil 2 - Sozialreform oder Revolution
Input, Lektüre ausgewählter Textstellen, Diskussion
Felix Hellemann, Max Manzy (Berlin)
Rosa Reloaded! Teil 3 - Massenstreik, Partei und Gewerkschaft
Input, Lektüre ausgewählter Textstellen, Diskussion
Alexander Schröder (Köln), Ernesto (Berlin)
Bildungsstreik – Wie weiter für SDS und LJS?
Auswertung des Bildungsstreiks, Diskussion über Perspektiven für Proteste und über gemeinsame Strategie von LJS und SDS
Julia Dück oder Oskar Stolz, Katharina Dahme (Berlin)
Imperialismustheorien – Woher kommt der Krieg?
Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF)
Der Krieg gegen den Terror – antimuslimischer Rassismus und Krieg
Input und Diskussion über antimuslimischen Rassismus und seine Funktion für die Außenpolitik der BRD
Franziska Lindner (Leipzig)
Demokratie in einer sozialistischen Organisation
Input, Lektüre ausgewählter Textstellen von Georg Lukacs und Antonio Gramsci
Oskar Stolz, Julia Dück, Luigi Wolf (Berlin)
Linker Bildungskongreß in Stuttgart: für ein freies solidarisches
Bildungssystem, gegen Bildungsklau & Kürzungspaket
Bildungsstreikaktivisten aus vielen Städten im Südwesten diskutierten am
Freitag und Samstag, 25. und 26. Juli 2010, in Stuttgart über die
Ursachen der Misere im Bildungssystem und Perspektiven für weitere
Proteste. Die Berichte zweier griechischer Aktivisten machen Mut und
zeigen auf, wie Schüler, Studenten, Azubis zusammen mit Arbeitern und
Arbeitslosen gegen die Angriffe der Regierung kämpfen können.
Insgesamt um die 50 junge Menschen diskutierten beim landesweiten
Bildungs- und Aktionskongress „Analyse, Kritik, Veränderung“ über
Perspektiven für die Bildungsproteste. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer - Mitglied bei der Linksjugend solid, bei Die Linke.SDS, der
LINKEN und auch unorganisierte – waren in den letzten Monaten alle aktiv
in den Bildungsstreik-Protesten an ihrem Ort.
Entsprechend war der Kongreß von den lebendigen Erfahrungen der
Aktivistinnen und Aktivisten geprägt. Inspirierend wirkten vor allem die
griechischen Erfahrungen, wo eine Jugendrevolte im Winter 2008/2009
Vorläufer der Welle von Generalstreiks und Protesten, die sich 2010
gegen die Kürzungsmaßnahmen des Internationalen Währungsfonds erhoben.
Neu war für viele auch, daß der Bologna-Prozess in Griechenland nicht
umgesetzt und kein Bachelor/Master eingeführt wurde – auch dies als
Reaktion auf großen Widerstand junger Menschen.
Im Herbst wollen Aktive aus der Linksjugend solid und Die Linke.SDS auch
an den Schulen und Unis Proteste gegen das Kürzungspaket initiieren um
wie schon am 12. Juni gemeinsam mit Gewerschaftern und
Arbeitsloseninitiative zu demonstrieren. Anschließend soll der
Landtagswahlkampf genutzt werden um wie schon in Hessen und
Nordrhein-Westphalen Bildungsabbau und Studiengebühren zum
Wahlkampfthema zu machen und SPD und Grüne zu zwingen, wie auch DIE
LINKE für einen grundlegenden Wechsel in der Bildungspolitik einzutreten.
Dass dieser nötig ist, daß der Bildungsabbau sich mit der
Wirtschaftskrise verschärft und eine ganz andere Bildung jenseits des
Kapitalismus nötig ist, wurde in den Workshops diskutiert: Notendruck,
Konkurrenz und soziale Auslese sind die Kennzeichen einer
Bildungspolitik, die auf das Motto „schneller, schlanker, effizienter“
setzt. Dem setzen wir entgegen: länger gemeinsam Lernen und zwar
gebührenfrei – von der Kita bis zur Uni!
[Programm, Plakat, Interview] // [Foto 1] // [Foto 2]
Waffenlieferungen an Israel sofort einstellen! Die Blockade gegen die Menschen in Gaza beenden!
Wir fordern von der deutschen Bundesregierung eine schnelle und unmißverständliche Verurteilung des Vorgehens des israelischen Militärs und der israelischen Regierung gegen den Hilfskonvoi nach Gaza. Es handelt sich hier um einen tödlichen militärischen Angriff auf Zivilisten, genau genommen muss das als Akt der staatlichen Piraterie bezeichnet werden, da sich die Schiffe in internationalen Gewässern befanden!
Mehrere Schiffe waren unterwegs, um Hilfsgüter an die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen zu liefern. Die israelische Armee wollte dies rechtswidrig nicht zulassen und die Schiffe besetzen. Ohne im Einzelnen beurteilen zu können, was bei der Besetzung geschah, ist es niemals und durch nichts zu rechtfertigen und deshalb verbrecherisch, dass einseitig das Feuer eröffnet wurde und Menschen getötet wurden. Unter den Passagieren befanden sich auch die Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger, beide Mitglieder der Fraktion DIE LINKE sowie der ehemalige Abgeordnete der Linksfraktion, der 72-jährige Norman Paech.
Die Linke.SDS fordert von der Bundesregierung, endlich die Lieferung von Kriegsausrüstung und Waffen an Israel einzustellen. Israel führt Krieg, auch mit diesen Waffen - nun offensichtlich nicht mehr nur in den besetzten palästinensischen Gebieten, sondern auch in internationalen Gewässern. Deutschland darf diesen Krieg, der insbesondere auch gegen Zivilisten geführt wird, nicht weiter unterstützen! Die Bundesregierung muss sich endlich zu den Menschenrechten und zum Völkerrecht bekennen und Druck auf die israelische Regierung ausüben, die völkerrechtswidrige Blokade des Gazastreifens und die Besetzung der palästinensischen Gebiete unverzüglich zu beenden!
In zahlreichen Städten finden Protestdemonstrationen gegen die Israelische Offensive statt:
Leipzig: 2.Juni 18:00Uhr Nikolaikirchhof
Berlin: 4.Juni, 18 Uhr, Rotes Rathaus (Demonstration palästinensischer und arabischer Gruppen)
Am 5. Juni ist der internationale Aktionstag für die Beendigung der Blockade im Gazastreifen. DIE LINKE.SDS ruft dazu auf, sich an lokalen Demonstrationen und Aktionen zu beteiligen. Free Gaza!
Berlin: 5. Juni, 12 Uhr, Hermannplatz: "Free Gaza!" Demonstration mit Antikapitalistischem & Internationalistischem Block. [antifa.de]
Die SchülerInnen hatten mit ihren Bildungstreiks den Anfang gemacht. Letzten Juni schlossen sich ihnen die Studierenden in großer Zahl an: über 250.000 Menschen gingen bundesweit auf die Straße, in vielen Städten wurden symbolisch Banken überfallen. Im Herbst ging der Bildungsstreik mit einer Welle von Audimax-Besetzungen in die nächste Runde. Mit unseren Aktionen konnten wir erreichen, dass das Thema Bildung und Hochschulen wieder eine zentrale Rolle in der öffentlichen Diskussion spielt. Zu substanziellen Verbesserungen ist die Politik bisher aber nicht bereit. Im Gegenteil: In vielen Bundesländern drohen scharfe Einschnitte. Denn die Milliarden, die den Banken hinterhergeworfen wurden, sollen nun durch Kürzungen bei Bildung, Sozialstaat und Rente wieder reingeholt werden. Ein Grund mehr, auch in diesem Juni wieder bundesweit auf die Straße zu gehen und den politischen Druck zu erhöhen. Nur durch eine starke Bewegung werden wir die drohenden Kürzungen abwehren und echte Veränderungen wie den Masterzugang für alle, die Abschaffung der Studiengebühren, mehr Geld für Bildung und eine Rückkehr kritischer Lehrinhalte durchsetzen können!
Protestwoche: 7.-12. Juni
Bundesweit lokale Demonstrationen: 9. Juni
Bildungsstreikblöcke auf Krisendemos: 12. Juni, Berlin/Stuttgart
Weitere Infos, Orte und Termine [hier].
Die Schavan-Show auf dem Bologna-Gipfel floppte, als Studierende die Konferenz verließen

Die Bildungsministerin Annette Schavan kann es nicht fassen. „Ich nehme Sie ernst, aber ich erwarte auch, dass Sie uns ernst nehmen,“ ruft sie den Studierenden hinterher, die gerade aus Protest die Bologna-Konferenz verlassen. Es ist ein kleines Theater im großen Theater. Die Bildungsstreik-Aktivisten wollen nicht nur als Kulisse für die Schavan-Show herhalten.
Einer von ihnen ist Ben Stotz, Bildungsstreik-Aktivist aus dem SDS. Als Schavan die schon vor Monaten versprochene Summe von zwei Milliarden Euro für die Hochschullehre als großen Erfolg der Konferenz feiern wollte, stand er auf und ging: „Die Finanzierung und das Recht auf einen Master für alle sind die Kernfragen bei Bologna. Wenn Schavan und die Kultusminister nicht bereit sind über diese Forderung ernsthaft zu diskutieren, haben wir hier nichts mehr verloren.“
Mit diesem Satz verlässt er das Podium, verteilt im Saal Flugblätter mit den Forderungen des Bildungsstreikbündnis und ruft zum Bildungsstreik am 9. Juni auf. Ansonsten läuft alles nach der Inszenierung der Bildungsministerin.
Der Gipfel sollte ein Medienereignis sein, auf dem sich die CDU-Politikerin zusammen mit Hochschulrektoren und Studierenden, Vertretern der Wirtschaft und der Kultusministerkonferenz als Retterin der Reform darstellt.
In ihrer Anfangsrede betonte sie, dass sie bei der angespannten Haushaltslage um „Geld für die Bildung kämpfe“ und bei dieser schwierigen Aufgabe wenigstens Teilerfolge erringen konnte.
In den Bereichen der Studierbarkeit, der europaweiten Mobilität von Studierenden und bei der Anerkennung der neuen Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt sei man gemeinsam auf einem guten Kurs, so das Fazit ihrer 30- minütigen Rede. Später wird Schavan den Gipfel als starkes Signal für die Lehre werten.
Nicole Gohlke sieht das anders. Die hochschulpolitische Sprecherin der LINKEN kritisierte: „Die zentralen Punkte des Bildungsstreiks, nämlich BAföG, Studiengebühren und die Forderung nach einem Masterzugang für alle wurden völlig ausgeblendet.“
Während Nicole Gohlke auf dem Bologna-Gipfel die Bildungsstreik-Forderungen vom Flyer vorliest und auf konkrete Ergebnisse drängt, sind der SDS-Aktivist Ben Stotz und die Bildungsstreik-Aktivisten schon unterwegs zum Gegengipfel.
Nur zwei Kilometer vom Tagungsort entfernt kamen Schüler, Studierende und Professoren in der Humboldt-Universität in Berlin unter dem Motto „Stoppt den Schavansinn“ zusammen. Das Ziel: Die Schaffung eines Gegenpols zur Schavan-Show.
Auch Bildungsstreik-Aktivistin Hannah Eberle aus Heidelberg war auf beiden Gipfeln: „Beim Gegengipfel suchten Professoren und Studierende, also wirklich vom Bologna-Prozess Betroffene, gemeinsam nach Lösungen. Beim Bologna-Gipfel dagegen saßen die Professoren draußen vor der Tür und wurden nicht hineingelassen.“
Die Dauer des Bologna-Gipfel wurde noch kurz vor der Veranstaltung von zwei Tagen auf vier Stunden gekürzt. Aus ganz Deutschland wurden nur 22 Studenten und Studentinnen eingeladen, wohl aber Vertreter von Audi, Siemens, Telekom und der Hypo-Vereinsbank.
„Eine Diskussion war vom Bildungsministerium auf dem Bologna-Gipfel nie vorgesehen“, fasst Hannah Eberle den Tag zusammen. „Annette Schavan hat heute bewiesen, dass sie nichts anderes kann, als den Leuten Sand in die Augen zu streuen und auf einem Konsens zu beharren, den es schlichtweg nicht gibt.“
May Naomi Blank und Ole Vincent Guinand sind Redakteure der critica.
Nur einen Tag nach dem Bologna-Gipfel hat der SDS eine critica Extra mit aktuellen Analysen der Schavan-Show herausgebracht. Ihr könnt sie [hier] downloaden und [hier] als A3-Kopiervorlage ausdrucken.
Themen: Gipfel des Schavansinns: Bildungsministerin Schavan feiert in Berlin eine Bachelor-Show während CDU-Politker die Hochschulfinanzierung attackiern // Fakten-Check: Die Lügen der Ministerin // Bildungsstreik 2010 nach den NRW-Wahlen: Kippen die Studiengebühren? // Gipfel gegen Gipfel: Das sagen die Studierenden über die Schavan-Show. Durchblättern: Critica-Extra als Flash
Ein neues 8-Seiten Critica-Extra zum Bildungsstreik geht am Donnerstag in den Druck. Themen u.a.: Bildungsstreik 2010: Wie die Proteste weitergehen // Griechenland: Das Rettungspaket für die Banken // Koalition des Widerstands gegen die Koalition der Kürzungen: Britische Studierende kämpfen mit Besetzungen gegen den Angriff auf die Hochschulen
Ihr könnt das neue 8-Seiten Critica Extra ab sofort kostenfrei zum Weiterverteilen bestellen: Critica Bildungsstreik-Extra bestellen
Durch den Druck der Bildungsstreiks sieht sich Ministerin Schavan gezwungen, am 17. Mai einen Bologna-Gipfel zu veranstalten. Er dürfte eine Show werden. Die Linke.SDS ruft dazu auf, ihn kritisch zu begleiten. An der HU Berlin gibt es einen Gegengipfel, an dem wir beteiligt sind. Wir schlagen vor, am 17. Mai bundesweit Vollversammlungen zu organisieren, um den Gipfel zu diskutieren und den nächsten Bildungsstreik am 9. Juni vorzubereiten. Denn: Echte Veränderungen wird es nur durch den Druck einer Bewegung geben.
>>> Ihr könnt am Mo., 17.5., von 9.30-13.00 den Gipfel [hier] und von 14.00 - 15.00 Uhr den Gegengipfel [hier] per Livestream im Internet verfolgen. <<<
>>> VertreterInnen von SDS und Bildungsstreik verlassen unter Protest den Bologna-Gipfel. Presseerklärung des SDS dazu (hier) <<<
In Hessen sollen die Kosten der (Banken-)Krise aufs eh unterfinanzierte Bildungswesen abgewälzt werden. Es drohen 34 Mio. Einsparungen an den Unis, 45 Mio. an den Schulen. Dagegen organisiert sich massiver Widerstand: am 11. Mai gingen in Wiesbaden über 10.000 Menschen auf die Strasse, darunter auffallend viele Studierende.
Jens Liedtke, Hochschulpolitischer Referent im Asta der Hochschule Darmstadt und Mitglied im SDS-Bundesvorstand, berichtet: "Es war eine sehr große, kämpferische und wütende Demo! Beeindruckend war, wie viele Studierende sich beteiligten. Aber auch der akademische Mittelbau war stark vertreten, außerdem SchülerInnen, Eltern, die GEW, Ver.di... Auch etwa 40 SDSlerInnen waren dabei. In kürzester Zeit hatten wir 1.700 Exemplare unserer Zeitung "critica" verteilt.
2006 zeigte Hessen: Widerstand lohnt sich! Damals konnten wir die Abschaffung der Studiengebühren durchsetzen. Nun gelang es uns in nur drei Wochen, über 10.000 Menschen auf die Straße zu bringen. Jetzt geht es darum, durch massive Proteste Roland Kochs Plan effektiv zu verhindern: Die Sanierung des durch die Folgen der Wirtschaftskrise leeren Haushaltes durch Kürzungen bei Bildung und Sozialem. Wir werden aber nicht für ihre Krise zahlen!
Die heutige Demo war ein sehr gelungener Auftakt für den nächsten Bildungsstreik am 9. Juni."
Der Fördererkreis demokratische Hochschulbildung veranstaltet vom 21. - 23. 5. ein Seminar in Darmstadt
Welche Machtinteressen verfolgen Universitäten in Zeiten eines neoliberalen Umbaus von Bildungsinstitutionen? Wieviel kritisches Denken verträgt die Lernfabrik heute noch? Welche gesellschaftskritischen Alternativen gibt es zum herrschenden Lehrbetrieb? Ganz in diesem Sinne wird sich das vom Fördererkreis veranstaltete Seminar zum Thema „Herrschaft durch Wissenschaft? Hochschulen zwischen Verwertungszwang und Emanzipation.“ mit aktuellen Fragestellungen Kritischer Wissenschaft auseinandersetzen. Mit Blick auf die Ökonomisierung der Lehrinhalte zunehmend kapitalistisch organisierter Universitäten wollen wir verdeckte ideologische Tendenzen aufdecken und herrschaftsorientierte Wissenschaft kritisch beleuchten.
Das Seminar wird vom 21. bis 23. Mai in Darmstadt stattfinden und neben vielen spannenden Redner_innen aus Wirtschafts-,Rechts-, Sozial- und Naturwissenschaften natürlich jede Menge Möglichkeiten zu Diskussion und Austausch geben.
Anmeldungen sind ab sofort unter folgender Adresse möglich: bei Jakob: Jake.Graf@web.de oder telefonisch bei Julia: 0176/ 23 93 28 84
*Freitag*:
18Uhr Anreise
19Uhr Diskussion: "Was ist ist kritische Wissenschaft?"
*Samstag*:
10.00 - 11.00Uhr: gemeinsames Frühstück
11.00 - 11.30Uhr: Begrüßung und Einführung ins Wochenende
11.30 - 13.00Uhr: "Produktionsbedingungen kritischer Wissenschaft" mit Julika Bürgin
13.00 - 14.30Uhr: Mittagspause
14.30 - 16.00Uhr: "Krise der Mainstream-VWL? Ansätze einer kritischen VWL" mit Thomas Dürmeier
16.00 - 17.30Uhr: "StudentIn und Politik - studentische Emanzipation und Beteiligung in Hochschulen" mit Ursula Schum-Garling
17.30 - 18.30Uhr: Abendessen
19.00 - 20.30Uhr: Podiumsdiskussion (organisiert vom SDS Darmstadt)
*Sonntag*:
10.00 - 11.30Uhr: "Jura - ein kritischer Ansatz" mit Anne-Kathrin (SDS Berlin)
- und weitere Arbeitsgurppen
Wer hat Angst vor Kopftuchmädchen?
Erscheinungsformen und Funktion der Islamophobie
29. bis 30. Mai 2010 in Leipzig
Kontakt: Jana Werner (jana_werner@gmx.de)
FLYER UND READER UNTER:
http://www.scribd.com/full/31147842?access_key=key-1w8e9gxqxfjfn5ghmy8b
http://www.scribd.com/full/31147827?access_key=key-yv05203q1e1lyzzuaci
Was ist Islamophobie? Seit wann existiert ein Rassismus gegen tatsächlich gläubige und vermeintliche Muslime in Deutschland?
Ziel des Seminars soll es sein, die Islamfeindlichkeit vom Islam zu trennen. Es geht nicht darum, eine Einführung in muslimische Religion oder Kultur zu geben, sondern Facetten antiislamischen Rassismus in unserer Gesellschaft zu beleuchten und Gegenstrategien zu entwerfen.
Die in Folge des 11. Septembers geführte Sicherheitsdiskussion hat mit Rasterfahndungen allzu oft einen Generalverdacht gegen Muslime genährt. Dies wird zum Teil durch negative und selektive Berichterstattung in den Medien verstärkt. Auch im Zuge des so genannten "Krieges gegen den Terror" werden immer wieder islamfeindliche Ressentiments geschürt.
Der Nutzen dieses antimuslimischen Rassismus für die Herrschenden zeigt sich in der aktuellen Politik: Debatten über die Stellung der Frau in der islamischen Welt dienen der Legitimation von Kriegen wie in Afghanistan und die ständige Konstruktion von Terror-Gefahr legitimiert den Ausbau des Überwachungsstaates. Auch beim Thema Integration werden Muslime, wie kürzlich erst von Sarrazin getan, als integrationsunwillig abgestempelt. Das Tragen eines Kopftuchs gilt Leuten wie ihm als Symbol des Unwillens, sich zu integrieren. Und nicht zuletzt der Bürgerentscheid zum Minarettverbot in der Schweiz und der Wahlerfolg Geert Wilders` in den Niederlanden zeigen, dass die Nazis erfolgreich an den Diskurs des antimuslimischen Rassismus anknüpfen und in konkrete Wahlerfolge umzumünzen in der Lage sind. Doch nicht "der Islam" (bzw. "das Kopftuch" oder "die Moscheen") ist das Problem, sondern Rassismus und der bisher geringe Widerstand dagegen.
Für dieses Seminar wird eine Teilnahmebeitrag von Euro 10,- erhoben.
Am 1. Mai wollen Nazis aus ganz Deutschland durch Berlin marschieren. Um dies zu verhindern, hat sich ein breites Bündnis gebildet, dass den Aufmarsch - ähnlich wie im Februar in Dresden - durch Massenblockaden zu einem weiteren Desaster für die Nazis machen will. Auch Die Linke.SDS Berlin ist daran beteiligt. Wir meinen: gerade am 1. Mai, dem traditionellen Kampftag der Arbeiterbewegung, dürfen wir den Nazis nicht einen Meter der Straßen überlassen! Weitere Infos findet ihr hier.

Nach 33 Jahren haben die türkischen Gewerkschaften durchgesetzt, dass der 1. Mai wieder offiziell auf dem Taksim-Platz im Zentrum von Istanbul gefeiert werden konnte. Mehr als 300.000 Menschen haben diesen Erfolg gefeiert. Damit ist dies europaweit und vermutlich auch weltweit die größte gewerkschaftliche Kundgebung zum 1. Mai 2010 gewesen.
Der Taksim-Platz steht in der Geschichte der türkischen Gewerkschaftsbewegung für eine schmerzhafte und blutige Niederlage. Während der Maikundgebung 1977 hat die Polizei brutal auf die dort versammelten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter geschossen. 37 Menschen starben damals auf dem Taksim-Platz. Überlebende des Massakers haben an der diesjährigen Demonstration teilgenommen und an die Ermordeten von 1977 erinnert.
Doch nicht nur aus diesem Grund hat der 1. Mai 2010 für die türkischen Gewerkschaften eine historische Bedeutung. In diesem Jahr haben erstmals alle sechs türkischen Gewerkschaftsbünde (Türk-Is, Disk, Hak-Is, KESK, Kamu Sen, Memur-Sen) die Mai-Demonstration und die Kundgebung gemeinsam vorbereitet und durchgeführt.
Bereits in den letzten Monaten hatte sich eine breite Solidarität aller Volksgruppen und Bevölkerungsschichten mit dem Kampf der Beschäftigten des staatlichen Tabakmonopols Tekel um ihre Arbeitsplätze entwickelt. Sichtbar war jetzt eine besonders starke Beteiligung kurdischer Arbeiterinnen und Arbeiter an den diesjährigen Maifeiern in der Türkei. Die Forderungen nach Demokratie, sozialen Rechte und nach einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage wurden in Reden und auf Transparenten gemeinsam gestellt.
Unterstützt wurden die türkischen Gewerkschaften von einer internationalen Gewerkschaftsdelegation. Zu ihr gehörten Vertreter und Vertreterinnen von Verdi, IG BAU, NGG und der IG Metall aus verschiedenen Städten der Bundesrepublik sowie ein Kirchenvertreter, ein EU-Abgeordneter, sowie je ein Delegierter der SJD - Die Falken und der Linksjugend ['solid]. Eine weitere Besonderheit war, dass Repräsentanten aller europäischer und internationaler Gewerkschaftsvereinigungen (ITUC, ETUC, ITF, IUF, PSI, ICEM, IMF, UNI, ITGLWF) an der internationalen Delegation teilgenommen haben.

Aus Sicht der Mitglieder der internationalen Gewerkschaftsdelegation ist das ein großartiger Erfolg der türkischen und der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Wir hoffen, dass die auf dem Taksim-Platz gezeigte Einigkeit der türkischen Gewerkschaftsbewegung weiter gefestigt und ausgebaut wird. Denn nur gemeinsam ist der neoliberalen Politik wirksam entgegenzutreten.
Die Delegationsmitglieder begrüßen ausdrücklich, dass es weder in Istanbul noch bei den Maikundgebungen in anderen türkischen Städten zu Übergriffen der Polizei gekommen ist. Es gab zwar eine massive Polizei-Präsenz in Istanbul. Gleichwohl haben sich die Polizeieinheiten im Hintergrund gehalten und auf Provokationen verzichtet. Das hat ohne Zweifel zum friedlichen Verlauf der Kundgebung beigetragen. Der türkischen Regierung ist zu empfehlen, aus dieser Erfahrung die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Nämlich den Gewerkschaften und Arbeitnehmern in der Türkei uneingeschränkt die ihnen zustehenden Rechte einzuräumen.
Ob das diesjährige Verhalten der türkischen Regierung gegenüber den Gewerkschaften nur ein Taktieren war oder ob es ein ernsthafter Schritt in Richtung Demokratie und Frieden in der Türkei ist, bleibt vorerst eine offene Frage.

Ben Brusniak berichtet aus Istanbul. Er ist Organizer bei der IG BAU und jugendpolitischer Sprecher bei Linksjugend ['solid].
von Loren Balhorn, Koordinator für Gruppenbetreuung und Kampagnen im SDS, Berlin, 3. Mai 2010
Der Studierendenverband Die Linke.SDS organisiert vom 20. April bis 05. Mai eine Mobilsierungstour durch Nordrhein-Westfalen, um Menschen für die Grossdemo gegen Studiengebühren, für eine gemeinsame Schule und Ausbildungsplätze für alle am 05.05 zu begeistern.
Um einem Fazit vorweg zu greifen: Die Tour erweist sich als richtiger Erfolg. Ob im politischen Gespräch mit den BildungsstreiklerInnen in Aachen, auf der Rütgers-Spenden-Party in Münster oder mit der Bildungsfee unterwegs in Köln wird deutlich, dass die Aktiven in NRW hoch motiviert sind ein besseres Bildungs- und Gesellschaftssystem zu erkämpfen.
Die Stimmung an den Unis war sehr offen. Wir hatten das Gefühl, dass
viele Menschen mit dem Zustand des Bildungswesens unzufrieden sind
und bereit sind, für bessere Bedingungen auf die Strasse zu gehen.
Almut Woller, eine SDSlerin aus Leipzig, die die Tour mitbegleitete,
meinte: “Die Dynamik der SDS-Gruppen hat mich vom Hocker gerissen!
Obwohl fast alle SDSler selbst im Bachelor studieren, haben sie den
ganzen Tag Präsenz auf dem Campus gezeigt, Criticas verteilt und mit
witzigen Aktionen für den Bildungsstreik geworben. Abends ging es
sogar weiter! Die MünsteranerInnen haben unter dem Motto "Kauf dir
deinen Ministerpräsidenten" im Mediamarkt-Style die große Rüttgers-
Spendenparty gefeiert. Mit den Einnahmen sollte Rüttgers bestochen
werden, die Forderungen der Streikenden durchzusetzen - eine
Anspielung auf den Bestechungs-Skandal. Hut ab.”
Die Mobi- Tour war auch in Bezug auf die Vernetzung der SDS-Gruppen sehr erfolgreich war. Wir haben untereinander Ideen ausgetauscht, wie wir durch gute Aktionen auf dem Campus viele Studierende für den Bildungsstreik begeistern können -
vom Bildungs-Glücksrad über Jubeldemos bis zu symbolischen
Spendenparties.
Der SDS, gemeinsam mit vielen anderen Bündnispartern aus dem
Bildungsstreik und anderen Bewegungen, ruft am 5.5 auf, sich an der
Grossdemo gegen Studiengebüren zu beteiligen. Wir können ein
deutliches Zeichen setzen, dass die breite Mehrheit gegen
Studiengebühren ist. Durch öffentlichen Druck wollen wir versuchen,
dieses Gesetz abzuschaffen.
Die Stationen der Tour:
22. April Aachen
26. April Münster
27. April Köln
28. April Bonn
29. April Düsseldorf
3. Mai Siegen
04.Mai Duisburg
05. Mai DEMONSTRATION DÜSSELDORF
Eine Stimme des sozialen Protestes in den Landtag – Am 9. Mai DIE LINKE wählen!
Die Landtagswahl in NRW bietet die Chance, die konservativen und neoliberalen Kräfte in ganz Deutschland substanziell zu schwächen. Gelingt ein Sturz der Regierung Rüttgers und verliert schwarz-gelb ihre Mehrheit im Bundesrat, wird der Bundesregierung die Umsetzung ihres Hauptprojektes sehr viel schwerer fallen: Die Abwälzung der Kosten der kapitalistischen Krise auf die große Mehrheit der Bevölkerung durch einen Generalangriff auf die Reste des Sozialstaates. Konturen der geplanten Angriffe zeichnen sich bereits deutlich ab: das systematische Ausbluten der Kommunen, die Kopfpauschale, Westerwelles Attacken gegen Hartz-IV Empfänger…
Auch im Hinblick auf die Sicherung gleicher Bildungschancen für alle,
wäre ein Sturz der Regierung in NRW überaus wünschenswert. Eine Kernforderung der großen Bildungsproteste in den vergangenen Monaten war die Abschaffung der Studiengebühren. Sollten diese in NRW nach dem 9. Mai abgeschafft werden, hätte dies eine Signalwirkung auch über Rhein und Ruhr hinaus: Die gesellschaftliche Debatte in dieser Frage würde sich komplett drehen, ein Dominoeffekt wäre möglich. Auch das bisher von der Landesregierung vorangetriebene nationale Stipendienprogramm für Reiche könnte so noch gestoppt werden. Eine Abkehr vom selektiven dreigliedrigen Schulsystem könnte endlich möglich werden.
Aber weder SPD noch Grüne bieten eine wirkliche Alternative: die Grünen sind die Partei „nachgelagerter“ Studiengebühren in Hamburg, und die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft bereitete als ehemalige Wissenschaftsministerin durch die Einführung von Studienkonten für „Langzeitstudierende“ den allgemeinen Studiengebühren den Weg.
Um eine Abwälzung der Krisenkosten auf die Bevölkerung zu verhindern, Studiengebühren zu stoppen und einen grundsätzlichen Bruch mit der neoliberalen Politik der letzten Jahre zu erreichen, brauchen wir vor allem starke soziale Bewegungen, Gewerkschaften und außerparlamentarische Mobilisierungen. Aber wir brauchen auch eine Partei, die in den Parlamenten die Interessen von Arbeitenden, Studierenden, Armen, SchülerInnen, Erwerbslosen etc. artikuliert und gegen die Interessen von Kapital und Konzernen Front macht. Eine Partei, die sozialen Bewegungen und den Gewerkschaften eine Stimme in den Parlamenten gibt, und diese zugleich tatkräftig unterstützt. Eine solche Partei ist nur DIE LINKE. Sie ist die einzige Partei, die viele Forderungen des Bildungsstreiks in ihr Programm unverändert aufgenommen hat. Sie ist wie keine andere in sozialen Bewegungen und Protesten aktiv. Eine starke LINKE im Landtag würde eine Stärkung von Bewegungen und Protesten in NRW und auch über Nordrhein-Westfalen hinaus bedeuten. Die Linke.SDS ruft deswegen dazu auf, am 9. Mai mit beiden Stimmen DIE LINKE zu wählen!
Bundesvorstand Die Linke.SDS
Mit den großen Bildungsstreiks der vergangenen Semester haben wir viel erreicht: Die Krise im Bildungswesen ist im öffentlichen Bewusstsein angekommen! Als Ergebnis der Proteste spielt das Thema Bildung wieder eine große Rolle. Bisher weigert sich die Politik allerdings, auf unsere Forderungen wirklich einzugehen.
Mit den Wahlen in NRW am 9. Mai eröffnet sich die Chance, eine unserer Kernforderungen endlich durchzusetzen: Die Abschaffung der Studiengebühren und aller Bildungsgebühren! Wenn nach Hessen auch in NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, die Studiengebühren fallen, würde sich die gesellschaftliche Debatte in dieser Frage komplett drehen. Wir kämen endlich aus der Defensive, ein Dominoeffekt wäre möglich. Dieses Szenario ist durchaus realistisch. Es wird aber ohne massiven außerparlamentarischen Druck durch Studierende und SchülerInnen nicht zu haben sein! Wir rufen daher dazu auf, aus dem ganzen Bundesgebiet zur Großdemonstration gegen Studiengebühren am 5. Mai nach Düsseldorf zu kommen, um gemeinsam ein unübersehbares Zeichen zu setzen: Studiengebühren müssen weg – und dafür muss die schwarz-gelbe Regierung fallen!
Mit dem Sturz der Düsseldorfer Regierung könnten wir eine tiefe Bresche in die konservativ-neoliberale Hegemonie in diesem Land schlagen und eine Wende in der Bildungspolitik erzwingen. Es ist dabei nicht die Aufgabe der Bildungsstreikbewegung, sich explizit für eine bestimmte Regierungskonstellation zu positionieren. Aufgabe der Bewegung ist vielmehr, den gesellschaftlichen Druck in dieser Frage derart zu erhöhen, dass keine künftige Regierung in Düsseldorf an einer Abschaffung der Studiengebühren vorbei kommt.
Demonstration 5. Mai, 11 Uhr, Düsseldorf
Aufruf unterzeichnen [hier]
Die Homepage für die Demo ist jetzt online: http://www.bildungsstreik-fruehling.de/
Siehe auch Interview in der jungen Welt
Am 22.4. gab es einen erfolgreichen Auftakt des Bildungsstreiks 2010 in NRW. Tausende Demonstrant_innen gingen in zahlreichen Städten auf die Straße und forderten eine endgültige Abkehr vom derzeitigen Bildungssystem. Sie machten ihrer Wut über die elitäre Bildungspolitik der aktuellen schwarz-gelben Landes- wie Bundesregierung Luft, die nach wie vor auf Studiengebühren, Mehrgliedrigkeit und Selektion setzt.In Köln trafen sich zwei Demonstrationszüge, von denen einer an der Uni und ein anderer an der Fachhochschule und drei angrenzenden Berufskollegs losgelaufen war. Insgesamt demonstrierten 4000 Menschen, darunter natürlich Schüler_innen, Studierende und Azubis, aber auch Eltern und sonstige Unterstützer_innen der Proteste. Der SDS und auch die Partei DIE LINKE waren gut vertreten. In Bonn und Aachen demonstrierten gleichfalls tausende für ein humaneres, fortschrittliches Bildungssystem. In Münster gab es eine Vollversammlung und anschließend eine Fahrraddemonstration und Podiumsdiskussion. Auch in Wuppertal, Dortmund und Gelsenkirchen fanden Aktionen oder Demonstrationen statt, um der Politik klar zu machen: WIR SIND NOCH DA! - UND WIR WERDEN WEITER MACHEN.
Der Bildungsstreik geht in die nächste Runde, für das Sommersemester werden bereits mit großem Engagement vielfältige Proteste vorbereitet. Zur inhaltlichen Vertiefung der Bewegung hat die linksjugend [´solid] eine neue Broschüre herausgegeben. Verschiedene Aspekte der Bewegung, etwa die Notwendigkeit einer stärkeren Einbeziehung der Azubis, die Frage eines Studienhonorars und der Bildungsfinanzierung werden diskutiert und unterschiedliche Aktionsformen vorgestellt. Die Broschüre könnt ihr hier als pdf downloaden und demnächst auch hier bestellen.
GenossInnen aus Linkjugend ['solid] und SDS haben die Wiederbelebung des zwischenzeitlich etwas eingeschlafenen gemeinsamen „Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden“ (BAK AuF) in Angriff genommen. Almut Woller, Aktivistin im BAK AuF, erklärt: „Als Jugend- und Studierendenverband müssen wir die Partei in ihrer bislang konsequenten Ablehnung von Kriegen bestärken. Wir sind antimilitaristische Verbände und setzen uns ein gegen Rüstung und Krieg. Die Bundesregierungen - von Rot-Grün über Rot-Schwarz bis Schwarz-Gelb - unterstützen diese Kriege direkt oder indirekt. Sie verkaufen sie der Öffentlichkeit unter dem Vorwand, dass deutsche SoldatInnen in Afghanistan seien, um die deutsche Sicherheit am Hindukusch zu verteidigen oder Mädchenschulen aufzubauen. In unserem gemeinsamen Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (AuF) wollen wir uns fundierte Analysen erarbeiten, um zu verstehen, worum es tatsächlich geht in den Kriegen in Afghanistan und im Irak - aber auch in denen, die in Planung sind.“
Seit mehr als acht Jahren ist Deutschland am Krieg in Afghanistan beteiligt - mit einem stets wachsenden Kontingent an deutschen Soldaten. Täglich sterben Menschen in Folgen von Anschlägen oder von Bombardierungen der NATO-Truppen. Im Irak ist die Situation nicht weniger erschreckend, wo seit 2003 amerikanische Truppen das Land besetzen. Gleichzeitig wird an deutschen Hochschulen an Rüstung geforscht und Bundeswehroffiziere werden an Schulen geschickt, um junge Leute für den Krieg zu begeistern. Während in der Bildung weiter das Geld fehlt, gibt Deutschland Milliarden für Rüstungsforschung aus.
Almut: „Als SDS und Linksjugend ['solid] müssen wir die Partei in ihrer bislang konsequenten Ablehnung von Kriegen unterstützen. In unserem gemeinsamen BAK wollen wir uns Analysen erarbeiten, um zu verstehen, worum es in diesen Kriegen und denen, die in Planung sind, geht. Durch diese Analysen wollen wir ermöglichen, dass der Verband sich inhaltlich fundiert gegen Krieg ausspricht und sich aktiv in die Friedensbewegung einbringt, um auch der Öffentlichkeit eine sozialistische Perspektive anbieten zu können.“
Auf dem ersten Treffen des wiederbelebten BAK AuF wurde unter anderem verabredet:
- einen Reader mit Textbeiträgen zu Krieg und Militarismus, um dem Jugendverband und den einzelnen Gruppen fundierte, linke Analysen anzubieten
- Artikel für die Critica schreiben
- Veranstaltungen zu dem Thema durchführen und über ReferentInnen-Pools anderen Gruppen die Durchführung von Veranstaltungen zu erleichtern
- das Thema mehr in den Bildungsstreik einbringen: Ein klares Nein! gegen Werbung an Schulen. Ein klares Nein! gegen Millionen für Rüstung aber Kürzungen in der Bildung!
- Einbringung in den antimilitaristischen Kongress an der TU Berlin im November
- Diskussion, Selbst-Weiterbildung und Vernetzung
In der Vergangenheit war der BAK AuF an den Protesten gegen den NATO-Gipfel in Straßburg 2009 beteiligt und organisierte eine Kampagne gegen Rüstungsforschung an den Hochschulen.
Interessierte können sich bei Almut oder Julia melden: almutwoller@gmail.com / julia.hilf@googlemail.com
In einem aktuellen Schreiben an führende Wirtschaftsunternehmen warnt der RCDS davor, dass Die Linke.SDS an den Hochschulen "immer weiter an Einfluss gewinnt" und immer öfter Seminare und Veranstaltungen organisiert, auf denen die Marktwirtschaft in Frage gestellt wird. Aufgrund der Wirtschaftskrise gäbe es "massiven Zulauf" für den SDS. Außerdem würde er viel Geld von der LINKEN bekommen. Die Unternehmen werden gebeten, das "Engagement des RCDS für die Soziale Marktwirtschaft und gegen die sozialistische Gesellschaft" finanziell zu unterstützen. Kürzlich forderte der RCDS bereits panisch eine "engmaschige Überwachung" des SDS durch den Verfassungsschutz. In einem hat der RCDS recht: wir wollen tatsächlich das kapitalistische System überwinden. Allerdings sieht unsere finanzielle Situation weit schlechter aus, als unsere Feinde fürchten und unsere Freunde hoffen. Für einen Ausbau unserer Aktivitäten sind wir dringend auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Dabei können wir - anders als der RCDS - nicht auf die Unterstützung von Banken und Konzernen setzen.
Am 20. März gingen in Essen ca. 6.000 Menschen gegen eine Abwälzung der Kosten der Krise auf die breite Masse der Bevölkerung auf die Straße, 2.500 protestierten zeitgleich in Stuttgart. Zahlreiche Bildungsstreik-AktivistInnen beteiligten sich und machten die Bildungskrise zum Thema. Für den 12. Juni sind weitere Proteste geplant. [Weiter...]
Vom 11. bis 14. März trafen sich die europäischen BildungsministerInnen in Wien und Budapest, um den 10. Jahrestag des Beginns der Bologna-Reformen zu zelebrieren. Dass es da wenig zu feiern gibt, machten BildungsstreikaktivistInnen mit zahlreichen Aktionen deutlich. 10.000 Studierende aus ganz Europa demonstrierten zusammen mit SchülerInnen gegen den Gipfel. Dessen Beginn konnte durch eine Blockade erfolgreich verzögert werden. Auf einem Gegengipfel wurden Alternativen zu den neoliberalen Bildungs"reformen" diskutiert. AktivistInnen des SDS redeten in Wien auf der Demo, führten auf dem Gegengipfel Workshops zu zivilem Ungehorsam am Beispiel der Aktion Banküberfall und zu den Perspektiven von Besetzungsstreiks durch und argumentierten für einen europaweiten Bildungsstreik am 9. Juni. Fotos siehe hier, Berichte auf Indy und in der taz.
Ende 2009 verfassten AktivistInnen von Die Linke.SDS ein Papier "Bildungsstreikagenda 2010" über die Perspektiven des Bildungsstreiks, dass in der jungen Welt veröffentlicht wurde. Erfreulicherweise hat das Papier eine rege Debatte über die Perspektiven der Bewegung ausgelöst. Bisher sind uns Reaktionen eingegagen von:
Max Manzey (SDS.dieLinke HU Berlin): Streikagenda 2010: Den Protest eskalieren lassen? // Dominik Düber (BdWi, Köln): Eskalation oder Isolation? // Manfred Sohn (MdL, Fraktionsvorsitzender Die Linke Niedersachsen) // Jan Loheit (dieLinke.SDS Potsdam): Streikagenda 2010 – Kritik, Probleme, offene Fragen // Klemens Himpele (Wien) // SDS.dieLinke Duisburg/Essen: Wie weiter mit dem Bildungsstreik? // Fanni, Julia und Ramin (AktivistInnen aus Österreich): Gemeinsamkeiten und Unterschiede von deutscher und österr. Bildungsbewegung // Volkhard Mosler (SDS-Mitglied von 1963-69): Anmerkungen zum Papier „Streikagenda 2010“ // Katharina Dahme (linksjugend [solid] Brandenburg): Nach dem Bildungsstreik ist vor dem Bildungsstreik // Dr. Thomas Sablowski (Politologe, Goethe Universität Frankfurt am Main): Zur Streikagenda 2010 // Dr. Andreas Keller (Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der GEW): Jetzt die Früchte ernten // Benedict Ugarte Chacón: Politik machen statt Folklore treiben
Wir dokumentieren die Debatte, die ihr euch hier als PDF runterladen könnt.
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Die Proteste gegen den Nazi-Aufmarsch vom 13.2. in Dresden zählen zu den erfolgreichsten Anti-Nazi-Mobilisierungen der letzten 20 Jahre. Die Linksjugend [´solid] und Die Linke.SDS laden Euch herzlich ein, die Erfahrungen und Ereignisse rund um Dresden 2010 auf einer Aktionskonferenz in Duisburg vom 5.-7.3. zu diskutieren und einen Ausblick auf künftige Anti-Nazi-Proteste zu wagen. Unser Fokus richtet sich hierbei auf den 27./28.März, wo Pro NRW und NPD einen Aufmarsch gegen eine örtliche Moschee in Duisburg planen. Die Konferenz soll eine Gelegenheit sein, sich mit AktivistInnen im Anti-Nazi-Bereich zu vernetzen und ist gleichzeitig ein Angebot an Neu-Interessierte nach Dresden einen Einstieg in kontinuierliche antifaschistische Arbeit zu finden. Weitere Informationen zur Aktionskonferenz findet ihr hier
Artikel zur Dresden-Auswertung:
"Das Erfolgskonzept von Dresden" von Steffi Graf (Die Linke.SDS), Luigi Wolf (Die Linke.SDS), Christine Buchholz (MdB Die LINKE) und Lucia Schnell (Die LINKE)
"Dresden 2010 - ein historischer Erfolg" von Florian Wilde (Die Linke.SDS). Vorveröffentlichung aus der SoZ 4/2010
Ein breites bundesweites Bündnis sowie regionale Bündnisse mobilisieren zu den nächsten „Wir zahlen nicht für eure Krise“ – Demos am 12.6. in Berlin und Stuttgart.
Die Demos kommen genau zum richtigen Zeitpunkt: Auf Länderebene zeichnet sich bereits deutlich ab, mit welchen brutalen Sparorgien die Kosten der Krise auf die Bevölkerung abgewälzt werden sollen. Während die Bundesregierung noch verspricht, den Bildungsbereich aus den Kürzungen auszunehmen, zeigen Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg, dass das Bildungswesen auf Länderebene im Zentrum der Sparattacken stehen wird.
Am kommenden Wochenende trifft sich die Bundesregierung zu einer Klausurtagung, um ihr Sparpaket zu verabschieden. Ab dem 7. Juni wird feststehen, in welchem Maße die große Bevölkerungsmehrheit für die Rettung der Banken und damit der Vermögen der Reichen zur Kasse gebeten werden soll. Angekündigt wird bereits jetzt das größte Sparpaket in der bundesdeutschen Geschichte.
Der 12.06. bietet die hervorragende Gelegenheit, Widerstand gegen die geplanten gigantischen Umverteilungsmaßnahmen auf die Straße zu bringen und den Protest gegen konkreten Sozial- und Bildungsabbau mit einer grundsätzlichen antikapitalistischen Kritik zu verbinden.
Der SDS Bundesvorstand hat bereits vor Monaten beschlossen, die Demos zu unterstützen und in den lokalen Bildungsstreikbündnissen auf eine Mobilisierung zu den Bildungsstreik-Blöcken auf den Demos zu orientieren.
Unsere Aufgabe als SDS ist dabei, den Bildungsstreik inhaltlich in den breiteren Kontext der Krise zu stellen und praktisch für eine starke Beteiligung der Bildungsstreikbewegung an den Krisendemos einzutreten. Konkret sollten wir – zumindest in den nicht allzuweit von Berlin bzw. Stuttgart entfernten Städten – auf den Bildungsstreikdemos für den 12.6. mobilisieren und uns dafür einsetzen, dass das lokale Bildungsstreikbündnis entweder selbst einen Bus organisiert oder in Gewerkschaftsbussen (so es welche gibt) mitfährt. Weitere Infos zu Bussen und Mitfahrgelegenheiten unter www.kapitalismuskrise.org
» Zur Krise siehe auch die critica Extra (Dez. 2008): "Die Systemfrage stellen"
In der aktuellen Ausgabe der "Marxistischen Blätter" findet sich ein Artikel von Simon Zeise (Linke.SDS Leipzig) über den Bildungsstreik, auf den wir euch aufmerksam machen möchten. Simon kommt zu dem Schluss: "Man könnte entweder weiter machen wie im letzten Jahr. Dezentrale Aktionstage, einige wenige zentrale Demonstrationen, alternative Vorlesungen, kreativer Protest [...]. Die Masse der Studierenden kann weiterhin zur Uni gehen und Kreditpunkte sammeln, sich aber trotzdem am Protest beteiligen, der zu Hauptlasten von der hochschulpolitischen Linken getragen wird. Oder es ist möglich die Proteste zu einem bundesweiten Besetzungsstreik auszuweiten. Wenn das gelingt, wird der Protest von der Masse der Studierenden getragen, die dann in der Lage sind mit Frau Schavan auf Augenhöhe zu verhandeln." Den Artikel findet ihr [hier]
Insgesamt 110 Personen kamen vom 5.-7. März in Duisburg zu einer Aktionskonferenz zusammen, auf der ausgehend von der erfolgreichen Blockade des Nazi-Aufmarsches in Dresden Strategien und Perspektiven für künftige Anti-Nazi-Proteste diskutiert wurden. Die Konferenz war von der Linksjugend.[´solid] und Die Linke.SDS organisiert. Als Kernelement des Erfolges von Dresden wurde der Aufbau eines breiten Bündnisses, das auf entschlossene Massenblockaden orientiert und dabei einen transparenten Aktionskonsens vertritt, gewertet. Mit diesem Modell sollen künftig auch an vielen anderen Orten Nazi-Aufmärsche verhindert werden. Unter anderem am 27. und 28.März, wo Pro NRW und NPD Aufmärsche gegen den Bau einer Moschee in Duisburg planen. Die Blockaden dieser Aufmärsche wurden auf der Konferenz diskutiert.
Über 100 Personen beteiligten sich am 6. Februar in der Berliner Humbold-Uni an einer Afghanistankonferenz unter dem Motto "Deutschland im Krieg". Die Konferenz wurde von antimilitaristischen Bildungsstreik-AktivistInnen, Linke.SDS-Gruppen der verschiedenen Berliner Hochschulen und anderen Kriegsgegnern organisiert. Auf der Konferenz wurden beispielweise Perspektiven im Kampf gegen Rüstungsforschung an den Unis diskutiert. Im Herbst soll es eine Anschlusskonferenz geben. Einen Audiomittschnitt gibt es hier.

Rund 3.000 Menschen demonstrierten am 06. Februar in München gegen die "Nato-Sicherheitskonferenz", einem wichtigen Treffen von Kriegstreibern und Militärstrategen.
Auch Die Linke.SDS hatte zu den Protesten aufgerufen. Für Bericht und Fotos siehe indymedia und junge Welt. Für den 20. Februar mobilisiert die Friedensbewegung zu einer bundesweiten Demo gegen den Afghanistankrieg nach Berlin, zu der auch Die Linke.SDS aufruft.
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Am 13. Februar 2010 soll in Dresden der größte Nazi-Aufmarsch in Europa stattfinden. Letztes Jahr marschierten bis zu 6700 Nazis durch die Elbstadt - der größte Nazi-Aufmarsch seit Jahren in Deutschland. Du kannst mithelfen sie zu stoppen. Komm mit nach Dresden!
Die Linke.SDS ruft zu Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch auf und beteiligt sich an dem Bündnis "Dresden Nazifrei". Auf dessen Homepage findet ihr alle aktuellen Infos zum Aufmarsch.
» Werd aktiv! Hier gibts Infos
» Pressemitteilung 11.2.: "Genehmigung des Naziaufmarsches am Ort jüdischer Deportationen ist eine unerträgliche Provokation. Wir erneuern unseren Aufruf zu massenhaften Blockaden des Aufmarsches mit allen Mitteln des zivilen Ungehorsams"
» NEU (9.2.): Flugblatt des SDS für den 13.02. in Dresden: Nazis stoppen - überall! Der Kampf gegen den Faschismus ist nur möglich als Kampf für eine andere Gesellschaft
» Neu erschienen: Broschüre "Block Faschism! Geschichte, Analyse und Strategien für eine antifaschistische Praxis"
» Hintergrund: Wieso Aufmärsche für die Strategie der Nazis zentral sind
» Kommentar: Massenhaft und entschlossen: So können Nazis gestoppt werden

"Dresden Nazifrei", ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, dem auch Die Linke.SDS angehört, ruft seit Monaten dazu auf, den Naziaufmarsch in Dresden am 13. Februar mit Massenblockaden zu verhindern. Am 19. Januar wurden verschiedene Objekte in Berlin und Dresden von der Polizei durchsucht und die Plakate des Bündnisses beschlagnahmt. Der Vorwurf lautet, der Aufruf zu Blockaden sei ein Aufruf zu Straftaten. Daraufhin rief Die Linke.SDS zu einer Plakatierung der kriminalisierten Plakate in Berlin auf. Dabei wurden vier jugendliche PlakatiererInnen und eine Bundestagsabgeordnete festgenommen. Nun versucht die Polizei die Homepage des Bündnisses zu sperren. Die Linke.SDS verurteilt die Kriminalisierung und Zensur antifaschistischen Protestes aufs Schärste. Blockaden von Naziaufmärschen sind unser Recht und unsere demokratische Pflicht! Wir rufen daher weiterhin zur Blockade des Naziaufmarsches in Dresden und zum Verkleben der kriminalisierten Plakate auf.
» BERICHT 29.01.: Bundesweit Plakatierungen aus Protest gegen die Kriminalisierung des Blockade-Aufrufes
» www.dresden-nazifrei.de von der Polizei gesperrt!!!
Neue Seite: www.dresden-nazifrei.com
» Aufruf: Öffentliche Plakatierung der kriminalisierten Plakate am 28.01.
» Pressemitteilung 21.01.10: Jugendliche PlakatiererInnen von verbotenem Plakat verhaftet - Linke.SDS ruft weiter zu Blockaden auf
» Interview junge welt 21.01.10: "Blockade von Nazis ist Pflicht aller Demokraten!"
» Pressemitteilung 20.01.10: „Nazis blockieren ist unsere demokratische Pflicht.“ Öffentliche Plakatierung der beschlagnahmten Plakate des Bündnisses „Dresden Nazifrei“
» Pressemitteilung 19.01.10: Die Linke.SDS verurteilt die Kriminalisierung von breitem Anti- Nazi Bündnis
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Seminarprogramm des Fördererkreises demokratischer Volks- und Hochschulbildung 2010
Das Seminarprogramm des "Fördererkreises demokratischer Volks- und Hochschulbildung" für dieses Jahr steht! Es wird wieder vier Seminare geben. Für einen geringen TeilnehmerInnenbeitrag werden die Fahrtkosten erstattet und Unterbringung und Verpflegung organisiert. Nach den bisher sehr positiven Erfahrungen mit den FdVH-Seminaren möchten wir sie Euch auch in diesem Jahr wieder wärmstens empfehlen!
* 21.-23.05.2010, Darmstadt: Kritik an die Uni! – Kritische Wissenschaft und Hochschulen im Kapitalismus* 28.-30.05.2010, Leipzig: Wer hat Angst vor Kopftuchmädchen? Erscheinungsformen und Funktion der Islamophobie* 05.-07.11.2010, Münster: Kinder, Küche, Kirche und die Politik der schwarz-gelben Regierung - Geschlechterverhältnisse in der heutigen Gesellschaft* 19.-21.11.2010, bei Berlin: Revolutionäre Realpolitik -- Organisationsfrage und Strategien sozialistischer Transformation
Siehe auch: http://www.foerdererkreis.de/ - dort gibt es bald genauere Angaben und Flyer zu bestellen.
Fördererkreis-Seminar „Kritische Wissenschaft“
Titel: „Kritik an die Uni! – Kritische Wissenschaft und Hochschulen im Kapitalismus“
Datum: 21.05.-23.05.2010
Ort: Darmstadt
„Kritik an die Uni – für eine empanzipatorische Bildung!“. So oder ähnlich lauteten im Sommer letzten Jahres und erneut im „heißen Herbst“ der Bildungsstreiks die Slogans vieler Studierender, die für ein besseres Bildungssystem kämpften. Und tatsächlich ist der Frust oft groß, wenn Hochschulen kein Ort kritischen Denkens (mehr) sind, sondern darin der gesellschaftliche Status Quo wissenschaftlich belegt und verfestigt wird: VWL-Seminare, die immer wieder die Notwendigkeit von Lohnkürzungen feststellen, Physik-Seminare, die nicht nach der Verwendung ihrer Forschungsergebnisse fragen oder Politik-Seminare, die Armut mit dem demographischen Wandel begründen! Hochschulen sind traditionell eher ein Hort der Orthodoxie als des emanzipatorischen Fortschritts und der Gesellschaftskritik. Aber wie kommt es zu diesem herrschaftsförmigen Zuschnitt von Wissenschaft? Und wie könnte eine andere, eine kritische Wissenschaft aussehen?
Mit diesen und ähnlichen Fragen wollen wir uns in Kooperation mit anderen Initiativen und Wissenschaftler_innen „beschäftigen. Interesse? Dann kommt und diskutiert mit!
Kontakt: Matthias Witchen (qrw@gmx.net)
Fördererkreis-Seminar: Wer hat Angst vor Kopftuchmädchen? Erscheinungsformen und Funktion der Islamophobie
28.-30.05. in der Rosa-Luxemburg Stiftung in Leipzig
Was ist Islamophobie? Seit wann existiert ein Rassismus gegen tatsächlich gläubige und vermeintliche Muslime in Deutschland?
Ziel des Seminars soll es sein die Islamfeindlichkeit vom Islam zu trennen. Es geht nicht darum, eine Einführung in muslimische Religion oder Kultur zu geben, sondern Facetten antiislamischen Rassismus in unserer Gesellschaft zu beleuchten und Gegenstrategien zu entwerfen. Die in Folge des 11. Septembers geführte Sicherheitsdiskussion hat mit Rasterfahndungen allzu oft einen Generalverdacht gegen Muslime genährt. Dies wird zum Teil durch negative und selektive Berichterstattung in den Medien verstärkt. Auch im Zuge des so genannten “Krieges gegen den Terror”, werden immer wieder islamfeindliche Ressentiments geschürt. Der Nutzen dieses antimuslimischen Rassismus für die Herrschenden zeigt sich in der aktuellen Politik: Debatten über die Stellung der Frau in der islamischen Welt dienen der Legitimation von Kriegen wie in Afghanistan und die ständige Konstruktion von Terror-Gefahr legitimiert den Ausbau des Überwachungsstaates. Auch beim Thema Integration werden Muslime, wie kürzlich erst von Sarrazin getan, als integrationsunwillig abgestempelt. Das Tragen eines Kopftuchs gilt Leuten wie Ihm als Symbol des Unwillens sich zu integrieren. Und nicht zuletzt der Bürgerentscheid zum Minarettverbot in der Schweiz und der Wahlerfolg Geert Wilders in den Niederlanden zeigen, dass die Nazis erfolgreich an den Diskurs des antimuslimischen Rassismus anknüpfen und in konkrete Wahlerfolge umzumünzen in der Lage sind. Doch nicht „der Islam“ („das Kopftuch“ oder „die Moscheen“) ist das Problem, sondern Rassismus und der bisher geringe Widerstand dagegen.
Weitere Infos und Anmeldung: jana_werner@gmx.de
Fördererkreis-Seminar „Feminismus“
Titel: " Kinder, Küche, Kirche und die Politik der schwarz-gelben Regierung/ Geschlechterverhältnisse in der heutigen Gesellschaft"
Datum: 05. - 07. November 2010
Ort: Münster
Als Leitlinie für das Seminar dient uns die Politik der Schwarz-Gelben-Regierung und deren Angriffe auf Frauenrechte. Wie sieht es bspw. im Bereich Arbeit oder Bildung aus? Wir wollen die konkreten Folgen der Politik für Frauen aufzeigen und über die politischen Kämpfe (von Frauen) gegen diese Politik, ihre Organisation und den Kampf um ihre Rechte diskutieren. Dabei soll sich nicht nur auf die heutige Zeit bezogen werden, sondern auch auf frühere Erfahrungen zurückgegriffen werden. Es wird darüber hinaus auch eine Auseinandersetzung mit theoretischen Texten geben. Kontakt: Friderike Benda (friederike.benda@googlemail.com)
Fördererkreis-Seminar „Revolutionäre Realpolitik“
Titel: Revolutionäre Realpolitik -- Organisationsfrage und Strategien sozialistischer Transformation
Datum: 19. - 21.11.10
Ort: bei Berlin
Diskussionen über den Zusammenhang von Organisierung und revolutionärer Veränderung sind so alt wie linke Bewegungen selbst. In Auseinandersetzung mit den sozialen und politischen Kämpfen ihrer Zeit wurden in der ArbeiterInnenbewegung und anderen sozialen Bewegungen
unterschiedliche Antworten auf die "Organisationsfrage" formuliert. Heute müssen diese Antworten auf das Verhältnis von Staat, Partei und Bewegungen neu gefunden werden: Wie könnte -- im Sinne "revolutionärer Realpolitik" (R. Luxemburg) -- ein produktiver Umgang mit der Spannung von Reform und Revolution aussehen? Wie können sozialistische Transformationsstrategien heute im Verhältnis von Partei(form), Bewegungen und Gewerkschaften entwickelt werden? Geht es um die Entwicklung einer kulturell und organisatorisch pluralen "Mosaiklinken" oder um den Aufbau einer neuen "antikapitalistischen Partei"? Kontakt: Jan Latza (janlatza@web.de)
Vom 19.- 21. März findet in Marburg das 2. BAG-Wochenende des SDS statt. Wir wollen über den Bildungsstreik 2010, den Aufbau unserer Gruppen, unser Verhältnis zur LINKEN und die Herausforderungen, vor denen die Partei steht, diskutieren. Es wird verschiedene Workshops geben und die AGen des Verbandes haben Zeit, ihre Aktivitäten zu planen. Besonders freuen wir uns, dass an diesem Wochenende eine AG "Kritische Wissenschaften" gegründet werden soll, die sich u.a. mit Themen wie kritische Biologie, kritische Wirtschaftswissenschaften und kritische Jura beschäftigen will. Außerdem wird sich eine AG Antimilitarismus gründen!
Das BAG Wochenende findet statt in der Marburger Uni: Wilhelm-Röpke-Str. 6, 35037 Marburg.
Fahrtkosten werden übernommen.
Auch am SDS interessierte sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam zu diskutieren!
BAG Wochenende 19.03- 21.03. in Marburg
„Die Uni brennt! Der SDS zwischen Bildungsstreik und Gremien“
Freitag, 19.03.2010
14:00h – 18:00h Treffen/Gründung der AG kriWi (kritische Wissenschaft) in Marburg
- inhaltliche Diskussion: „Was ist kritische Wissenschaft?“ und Vorstellung einzelner Beispiele (u.a. kritische Biologie und kritische Wirtschaftswissenschaften.) falls jemand hierzu auch noch gerne (kritisch zu seinem/ihren Fach) einen Input machen möchte ist, ist das super und kann durchaus noch eingeplant werden.
19:00h Diskussion: „Organisation & Bewegung - Der SDS an der Hochschule“
(Volkhard Mosler / 68-Aktivist und SDS-Mitglied, Thomas Sablowski / Prof. Uni Frankfurt und Bildungsstreik Aktivist, VertreterIn BuVo Linke.SDS)
Samstag, 20.03.
10:00h „Bildungsstreik versus Gremienarbeit- Wie verändert man eigentlich die Hochschule?“
Sascha Collet (BuVo Die Linke.SDS), VerteterIn Die Linke.SDS Marburg, (N.N)
12:00h- 13:00h Workshops
a) Besetzungsstreik an der Hochschule! Entwurf eines Streikguides
Auf dem Bundeskongress haben wir die Diskussion um den Besetzungsstreik begonnen. Als Reaktion gibt es einen Streikguide-Entwurf. Dieser soll weiterentwickelt werden, daher ist jede/jeder gefragt seine und ihre Erfahrungen aus dem heißen Herbst einfließen zu lassen.
b) Bologna Gipfel
Eine große Herausforderung findet am 17.05 statt. Die Bildungsministerin Annette Schavan lädt zum Bologna Gipfel ein. Als Reaktion auf dem Bildungsstreik soll es am Rundentisch zu konkrete Verbesserungen kommen. Zugesagt wurde auch eine live Übertragung in die Hörsäle. Mit großen Erfolgen ist nicht zu rechnen, dennoch haben wir die Chance auf eine einmalige und noch nie gesehene Öffentlichkeit. Wie können wir uns auf dieses Ereignis vorbereiten? Welche Rolle hat der SDS? Was können wir an der Hochschule vor Ort machen? Soll es Vollversammlungen an diesem Tag geben. Wir können wir unsere Auswertung des 17.Mai setzen?
c) 50 Forderungen für den Bildungsstreik
Ein spannendes Format für die tägliche Praxis im Bildungsstreik legt der Bundesvorstand vor. 50 Forderungen wurden für eine Broschüre entwickelt und zusammengetragen. Hier soll der Ort sein die Forderungen und ihren Zweck zu diskutieren.
d) Der SDS und eine neue Denkschrift - wie kann das aussehen?
Der Bildungsstreik wirft viele Fragen auf. Eine zentrale ist die Frage nach der Rolle der Hochschule in der Gesellschaft. Die SDS-Denkschrift kann versuchen Antworten zu geben. Doch wie kommen wir zu einer Denkschrift? Welchen Inhalt trägt sie? Und wie suchen wir die Verbindung zum Bildungsstreik?
e) fzs- welche Rolle übernimmt der SDS?
Auf dem letzten Bundeskongress wurde beschlossen eine Debatte um die Rolle des freien Zusammenschlusses der StudentInnenschaften (fzs) zu beginnen. Der fzs ist die größte studentische Vertretung, gleichzeitig ist er in der Krise, zunehmend treten Hochschulen aus der Organisation aus. Welche Rolle kann der fzs einnehmen? Und welche Aufgabe übernehmen wir?
13.00h- 14:00h Mittagspause
14:00h- 15.00h Workshops weiter
15:00h- 16:30h Bildungsstreik und SDS (Strategiedebatte für 2010)
16:30h- 18:00h Organisation und Gruppenaufbau
a) Tipps und Tricks für das Gruppenleben
b) wie gestalten wir unsere Aktivitäten politisch? Vom ReferentInnenpool bis zur Text-Diskussion...
c) Die Gruppenstruktur – vom Koordinierungskreis bis zur Institutsgruppe, was ist möglich?
18:00- 19:00h Abendessen
19:00h "Zwischen Gestaltung und Opposition- wie sieht die Zukunft der LINKEN aus?" (Thomas Seibert / Interventionistische Linke und Institut Solidarische Moderne, Florian Wilde / GeFü dieLinke.SDS, VertreterIn DIE LINKE)
Sonntag, 21.03.
10:00 Treffen der AGen
a) AG kritische Wissenschaften
b) Critica
c) Bildungsstreik/Forum HoPo (mit lijuso)
d) Anti Nazi Aktivitäten
e) AG Antimilitarismus
13:00h Zusammenführung der Workshopaktivitäten und Strategie
14:30 Aufräumen und Abfahrt

Trotz Schneegestöber und eisigem Wind gingen am 30. Januar in Frankfurt/M etwa 3.000 Studierende, SchülerInnen und Auszubildende auf die Straße, um unter dem Motto „Die Uni gehört allen! - Solidarisch für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben“ zu demonstrieren. Die Stimmung war kämpferisch und entschlossen, trotz des erneut unverhältnismäßigen Einsatzes der Frankfurter Polizei. AktivistInnen von Die Linke.SDS beteiligten sich an der Demonstration. Für Bericht und Fotos siehe indymedia, weiterer Bericht in junge Welt und Frankfurter Rundschau. Die Demo zeigt: auch 2010 werden die Bildungsproteste weitergehen!
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Vom 8.1.-10.1. fand der Bundeskongress von Die Linke.SDS in Bochum statt. Im Zentrum stand die Auswertung des Bildungsstreiks und die Frage, wie es im nächsten Semester weitergeht. Eine wichtige Rolle spielte auch die Mobilisierung zu den Protesten gegen Europas größten Naziaufmarsch am 13.02.10 in Dresden, an denen sich der SDS beteiligt. Mehr
» Interview über den Bundeskongress im Neuen Deutschland vom 14.01.10
» Bericht über den Bundeskongress in der jungen welt vom 12.01.1
» Interview über den Bundeskongress in der jungen welt vom 09.01.10
» Protokoll des Bundeskongresses [PDF]
» Einladung zum Bundeskongress
» Papier: Bildungsstreikagenda 2010
» Linkskontrovers Nr. 3 / 2009
Der BAFöG-Bluff
» Pressemitteilung 14.01.10: BAFöG-Erhöhung völlig unzureichend
» Kommentar: BAFöG-Erhöhung: Kopplung an Eliteförderung taktisches Manöver
» Kommentar: Ultimatum an Schavan
» Was Schwarz-Gelb für den Bildungsstreik bedeutet
Bildungsstreik
Über 100 Workshops, Podien und Konzerte beim Make Capitalism History-Kongress vom 2.-4. Oktober 2009 in Berlin. Mit: Elmar Altvater, Robert Brenner, Klaus Dörre, Mike Davis, Alex Demirovic, Katja Kipping, Michael Heinrich u.v.m.
» Alles über den Kongress unter www.make-capitalism-history.de
1136 TeilnehmerInnen diskutierten beim Make Capitalism History Kongress mit über 80 Referentinnen und Referenten über Systemalternativen und den Folgen des Regierungswechsels. "Der Andrang war enorm. Schwarz-Gelb muss sich auf Opposition an den Hochschulen einstellen," bilanziert Die Linke.SDS.
» Studierende organisieren sich gegen Schwarz-Gelb
» Übersichtsseite mit allen Informationen: www.make-capitalism-history.de