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Gemeinsam vom 3. bis 5.12. nach Bonn


Vom 3. bis zum 5.12. findet in Bonn die sogenannte „Petersberg II“-Konferenz statt, wozu die Bundesregierung VertreterInnen von über 90 kriegsführenden Staaten eingeladen hat. Zehn Jahre nach Beginn des Krieges in Afghanistan geht es den Regierungsvertretern darum, die verheerende Bilanz des Krieges vor der Weltöffentlichkeit schön zu reden. Linksjugend [`solid] und Die Linke.SDS beteiligen sich an den Anti-Kriegs-Aktivtäten rund um den 5.Dezember in Bonn und ist Teil des Protestbündnis gegen Petersberg II. Hier soll kurz auf die Hintergründe des Krieges eingegangen werden und die wichtigsten Protesttermine und Aktionsmöglichkeiten zusammengefasst werden.

 

Schluss mit den Lügen: Truppen raus aus Afghanistan!

 

„Sie reden von Frieden, sie führen Krieg“ – das Motto des Protestbündnis gegen Petersberg II könnte kaum treffender formuliert sein. Das Argument, die NATO führe Krieg in Afghanistan, um die Menschenrechte zu schützen und das Land zu stabilisieren und aufzubauen, wurde durch die Realität widerlegt. 80 Prozent der afghanischen Bevölkerung lehnen die Besatzung ab. Die Rebellen, welche sich keinesfalls nur unter dem Dach der Taliban vereinen, rekrutieren sich in erster Linie aus Angehörigen von getöteten Zivilisten. Das Land ist weder stabil noch demokratisch: Die Eskalation der Gewalt in Afghanistan hat eine neue Stufe erreicht. Laut „Amnesty International“ starben 2010 2482 Zivilisten und über 700 ISAF-Soldaten bei den Kampfhandlungen – so viele wie noch nie seit Beginn des Einsatzes. Die viel beschworene demokratische Befreiung durch Fremdbefreiung ist ein Mythos. Der amtierende Stadthalter der USA, Hamid Karzai, konnte erst durch massive Wahlfälschung „wieder gewählt“ werden. Auch die viel beschworenen Errungenschaften der Frauenrechte in Afghanistan halten einer Realitätsprüfung nicht stand. Laut Human Rights Watch besuchen etwa die Hälfte der Mädchen eine Grundschule, 11% die Klassen 7-9 und nur 4% die höheren Klassen 10-12. Somit haben viele Mädchen heute schlechtere Bildungschancen als vor dem Krieg. Entgegen der täglichen Pro-Kriegs-Meinungsmache in den Medien kann unsere Schlussfolgerung nur sein: Nicht ein sofortiger Abzug aller fremden Truppen ließe Afghanistan im Chaos versinken, vielmehr sind der NATO-Kriegsterror und die andauernde Besatzung für das tödliche Chaos in diesem Land verantwortlich.

 

Ablauf der Proteste:

 

Demonstration am 3.Dezember in Bonn:

 

Am 3.Dezember beginnt das Protestwochenende mit einer kraftvollen Demonstration. Die Demo beginnt um 11:30 Uhr am Kaiserplatz in Bonn.

 

Gegenkonferenz am 4. Dezember in Bonn:

 

Am 4.Dezember findet eine Gegenkonferenz der Friedensbewegung statt als Alternative zu Petersberg II. Hierbei sollen internationale Gäste zu Wort kommen, darunter auch Betroffene aus Afghanistan wie die bekannte Frauenrechtlerin Malalai Joya. Hier findest du das Programm der Konferenz.

 

Aktionen des Zivilen Ungehorsams am 5. Dezember in Bonn:

 

Der Montag ist einer der Kerntage während der Beratungen auf dem Petersberg. Verschiedene Gruppen werden versuchen, mit unterschiedlichen Aktionen ein Zeichen gegen Krieg und Besatzung zu setzen. Von einem Friedensschiff auf dem Rhein über afghanische Filmvorführungen bis hin zu Straßentheater ist alles dabei.

 

Mitmachen:

 

Die aktuellen Informationen zu den Aktivitäten rund um Bonn finden sich auf der Bündnis-Webseite: http://www.afghanistanprotest.de/

 

Wenn du eine Veranstaltung mit deiner Basisgruppe durchführen möchtest, so haben wir für Dich eine ReferentInnenliste zusammengestellt, die du hier abrufen kannst. Die ReferentInnen wären bereit, Mobilisierungsveranstaltungen zum Thema Afghanistan in Eurer Stadt durch zu führen.

 

Die Linke.SDS und Linksjugend [`solid] haben eine Roadmap erstellt, in denen du viele nützliche Tipps zur Mobilisierung nach Bonn erhältst.