Nach den massiven Studierendenprotesten in Österreich besetzen jetzt auch in Deutschland Studierende in Heidelberg, Münster und Potsdam ihre Hörsäle- die Unis „brennen“. Stefanie Graf, Geschäftsführerin des Studierendenverbandes Die Linke.SDS, stellt fest: „Die Besetzungen sind ein notwendiger und richtiger Schritt der Solidarität mit der Bewegung in Österreich. Die Probleme des Bologna-Systems sind international – genauso wie der Widerstand dagegen. Weitere Städte und Besetzungen werden folgen. Der heiße Herbst hat begonnen.“
Der Studierendenverband Die Linke.SDS kritisiert die Bildungspolitik in Österreich und Deutschland als „vollkommen inakzeptabel“. Hierzu Stefanie Graf weiter: „Die Gründe für die „brennenden“ Unis in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt sind die gleichen wie bei uns: Massive Kürzungen im Bildungsbereich, Zugangsbeschränkungen zur Hochschule und das Scheitern der Umsetzung der Bologna-Reform.“
Die Linke.SDS ruft alle Studierenden zur Solidarität mit der österreichischen Bewegung und zur bundesweiten Fortsetzung des Bildungsstreiks auf. Genauso wie in Österreich sei auch in der Bundesrepublik eine starke Bewegung gegen die schwarz-gelbe Regierung notwendig. „Die im schwarz-gelben Koalitionsvertrag angekündigte Einführung eines Stipendiensystems zementiert die unsozialen Zugangsbeschränkungen an Hochschulen. Auch die Kultusministerkonferenz verweigert eine radikale Reform von Bologna. Deswegen muss der Bildungsstreik weitergehen - international und über Grenzen hinweg. Unser Hahn heißt Schavan!“
Mitglieder von Die Linke.SDS demonstrieren heute in Wien unter dem Motto „Freie Bildung für Alle – vom Kindergarten bis zu Uni“ gemeinsam mit österreichischen Studierenden, Lehrenden, Kindergärtnerinnen und der Metallgewerkschaft. Auch in München und Berlin finden Demonstrationen und Aktionen statt. Der bundesweite Bildungsstreik soll ab dem 17. November fortgesetzt werden. Am 10. Dezember treffen sich die KultusministerInnen in Bonn zur nächsten Gesprächsrunde. Die Linke.SDS unterstützt ein breites Bildungsstreikbündnis und ruft zur Protest- und Blockadeaktion „Kultusminister nachsitzen“ auf.