Von 13.-15- Januar fand in Marburg der 9. Bundeskongress des
Studierendenverbandes DieLinke.SDS statt. Neben zahlreichen
satzungsändernden Anträgen gab es wieder zahlreiche politische Anträge
abzustimmen.
Der Verband, der in über 40 Hochschulstandorten der BRD
als politischer Akteur präsent ist, bestärkte seine feministischen,
demokratischen und sozialistischen Positionen. Dabei aktualisierten
die Delegierten ihr kritisch-solidarisches Verhältnis zur Partei DIE
LINKE und hoben besonders die Eigentumsfrage in der politischen
Auseinandersetzung hervor.
Diskutiert wurden zahlreiche Themen: so wurden staatliche Repression,
Überwachung und Bespitzelung scharf kritisiert. Für Aufsehen und rege
Auseinandersetzungen sorgten Anträge zur Bekämpfung der
Kommodifizierung von Sexualität und Abschaffung der Prostitution,
sowie zum Verbot der Massentierhaltung und industrieller
Fleischproduktion. Von diesen beiden Anträgen wurde nur der letztere
von den Delegierten angenommen, zum Thema Prostitution konnte kein
abschließender Beschluss erzielt werden. Die Problemstellung wird in
der nächsten Ausgabe des verbandsinternen Theoriemagazins "praxis."
behandelt werden.
Entschieden wurde auch, dass der SDS die Mobilisierungen zur Münchner
Sicherheitskonferenz am 4. Februar 2012 finanziell und personell
unterstützt, ebenso einigte man sich, die Planungen und die
Mobilisierungen zum europaweiten Aktionstag im Rahmen der Bewegung
"15. Mai - Die Empörten" zu unterstützen und sich damit an die Seite
von vielen Gewerkschaften und linker Organisationen zu stellen. Im
Wintersemester 2012 möchte der Verband zudem einen bundesweiten
Kongress ausrichten, der sich kritisch mit der kapitalistischen
Wirtschaftsordnung auseinandersetzen und das Thema "Krise" in Angriff
nehmen soll.
Alle neu zu wählenden Gremien konnten konfliktarm besetzt werden,
Anträge wurden solidarisch und rasch behandelt, so dass auf
Vertagungen verzichtet werden konnte. Am Rande des Kongresses nahmen
die teilnehmenden Studierenden an einer symbolischen Straßenblockade
in Marburg teil, die als Soli- und Aufrufaktion für die diesjähren
Blockaden des Dresden-Nazifrei-Bündnisses Fotografen und Presse
anlockte und so für einige Aufmerksamkeit sorgte.