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22. Juni 2011

Die Empörung der griechischen Bevölkerung ist völlig gerechtfertigt!

Es brodelt weiterhin in Griechenland. An der brenzligen gesellschaftlichen Situation hat sich bis jetzt nichts geändert, die Forderungen nach gerechterer Verteilung der Staatsschulden sowie die Forderung nach mehr Demokratie und Neuwahlen reißen nicht ab. Aus diesem Grund fand am 15.6. den ganzen Tag über ein von Gewerkschaften angekündigter Generalstreik statt, der das gesamte öffentliche Leben der Hauptstadt lahm legte. Insgesamt 25.000 Menschen waren an diesem Tag auf den Straßen Athens, um gegen die Sparpakete, die die griechische Regierung durchsetzen will, zu demonstrieren.

Während andere EU-Politiker_innen noch streiten, wie die weitere Hilfe für den verschuldeten Staat aussehen soll, scheint Wolfgang Schäuble schon die perfekte Antwort gefunden zu haben. Auch Banken und Investmentgesellschaften sollen nach seiner Vorstellung zur Kasse gebeten werden.

 

Paula Rauch, Geschäftsführerin von Die Linke.SDS meint dazu:„Was in der Öffentlichkeit als neue ‚supersoziale’ Idee des Finanzministers gefeiert wird, war schon seit Jahren eine Forderung der Linken, die stets nur belächelt wurde. Wir, Die Linke.SDS stehen nach wie vor hinter dem Appell, die Verantwortlichen für die Folgen der Eurokrise zahlen zu lassen. Leider wird es dank Merkel und Sarkozy nicht dazu kommen - statt Deutsche Bank müssen die Griech_innen ihre nicht selbst verschuldete Krise alleine tragen. “

 

„Nicht die europäischen Steuerzahler_innen sind diejenigen, die sich verkalkuliert haben, sondern jene, die sich schon mit der Einführung des Euros wirtschaftliche Freiräume schaffen wollten, um höheren Profit zu erlangen“, empört sich Claudia Sprengel, Mitglied im Bundesvorstand von Die Linke.SDS. Sprengel weiter: „Dass nun das Versagen der Lenkung dieses Prozesses, der durch die Währungsunion geschaffen wurde, auf den Schultern der europäischen Bürger_innen ausgetragen wird, ist nicht hinnehmbar.“

 

„Für Griechenland wird mit den Bedingungen, an die die weitere Unterstützung der EU geknüpft sind, somit zu eine Art Versailles-vertrag!“, so Janis Ehling, Mitglied im Bundesvorstand von Die Linke.SDS, „Nicht die Einführung von Sparpaketen und Steuersenkungen ist die Lösung, sie bekämpfen lediglich die Symptome auf Kosten der Unschuldigen. Daher ist der Aufschrei der griechischen Bevölkerung nur berechtigt“.

 

Wir solidarisieren uns deshalb mit den Demonstrant_innen auf dem Syntagma-Platz, die seit Wochen dort vor dem Regierungsgebäude verharren. Unsere Solidarität gilt auch allen anderen Protestierenden.

Diese Unterstützung gilt selbstverständlich nicht nur für unsere griechischen Genoss_innen, sondern auch allen anderen, die die Eurokrise als Chance verstehen, sich gegen das ausbeuterische System des Kapitalismus zu erheben und gemeinsam für ein gerechtes Europa zu kämpfen.

 

 

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